Ein Prädikat im logischen Sinn ist eine Aneinanderreihung von Wörtern einer natürlichen Sprache, die mindestens null Leerstellen enthält und die zu einem Aussagesatz der natürlichen Sprache wird, wenn in jede Leerstelle ein Eigenname eingesetzt wird. Die Zahl der Leerstellen, die ein Prädikat enthält, ist die Stelligkeit des Prädikats.
Leerstellen werden im Folgenden durch das Auslassungszeichen
,,`` gekennzeichnet. Enthält ein Satz mehrere
Leerstellen, werden sie numeriert, lauten also
,,
``, ,,
`` usw.
Nach oben stehender Definition sind folgende Gebilde Prädikate:
Dieser Satz enthält keine Leerstelle und ist daher ein nullstelliges Prädikat.
Diese Folge von Wörtern enthält eine Leerstelle und ist somit ein
einstelliges Prädikat. Wird in eine Leerstelle ein Eigenname
eingesetzt (z.B. ,,die gegenwärtige Königin von
England``), so entsteht ein Satz der natürlichen Sprache (im
Beispiel
[2],,Die gegenwärtige Königin
von
[2]England ist ein Nilpferd``).
Diese Folge von Wörtern enthält zwei Leerstellen und ist damit ein zweistelliges Prädikat. Wird in eine der Leerstellen ein Eigenname eingesetzt, entsteht ein einstelliges Prädikat, z.B. ,,Platon ist kleiner als `` oder ,, ist kleiner als Sokrates``. Wird in beide Leerstellen je ein Eigenname eingesetzt, entsteht ein Satz der deutschen Sprache, z.B. ,,Sokrates ist kleiner als Platon`` oder ,,Sokrates ist kleiner als Sokrates``.
Wie man unmittelbar sieht, ist diese Folge von Wörtern ein dreistelliges Prädikat.
Haben mehrere Leerstellen dieselbe Nummer, bedeutet das, dass in sie
derselbe Name eingesetzt werden muss. So drückt z.B. das Prädikat
,,
liebt
`` die
Eigenschaft der Eigenliebe aus.