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Das Problem der Substitution salva veritate

Die Leserin erinnert sich sicher noch an das Prinzip der Substitution salva veritate, das besagt, dass Namen ausgetauscht werden können, wenn sie denselben Gegenstand bezeichnen. Folgendes Argument scheint diesem Prinzip zu widersprechen:

(1) Scott ist der Autor von ,,Waverley``.
(2) George IV. wollte wissen, ob Scott der Autor von Waverley ist.
(3) George IV. wollte wissen, ob Scott Scott ist.

In der ersten Zeile wird ausgesagt, dass die Namen ,,Scott`` und ,,der Autor von Waverley`` denselben Gegenstand bezeichnen. Nach dem Prinzip der Substitution salva veritate dürfen sie daher an beliebiger Stelle gegeneinander getauscht werden.

Der zweite Satz enthält die beiden Namen ,,Scott`` und ,,der Autor von Waverley. Wenn man in diesem Satz den Namen ,,der Autor von Waverley`` durch den Namen ,,Scott`` ersetzt - ein nach dem Prinzip der Substitution salva veritate zulässiger Vorgang -, dann entsteht Satz (3).

Trotz der scheinbar korrekten Anwendung des Prinzips der Substitution salva veritate liegt uns nun ein Argument vor, dessen Prämissen wahr sind, dessen Konklusion aber falsch ist - mithin ein ungültiges Argument. Eine Regel, mit der sich ein ungültiges Argument beweisen lässt, ist fehlerhaft.


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Christian Gottschall 2003-03-19