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Kommentar zur Einführungsliteratur

Die Literaturliste ist in höchstem Maß subjektiv und vom Umfang her auf ein Minimum reduziert. Alle Werke sind Literatur für Anfänger; insbesondere die beiden Werke Lemmon und Mates sind Standardwerke in Einführungskursen.

Das Einführungsbuch ist sicherlich Lemmon; hierin wird derselbe Kalkül des natürlichen Schließens behandelt wie im vorliegenden Skriptum und häufig in der Vorlesung. Gelegentlich beklagen sich Leser über das Fehlen von Lösungen zu den Übungsbeispielen, das es bei Unklarheiten und im Fall von Zweifel erforderlich macht, einen Sachkundigen zu Rate zu ziehen.

Allen behandelt einen geringfügig modifizierten Lemmon-Kalkül und deckt exakt den Stoff der Einführungsvorlesung ab. Das Buch enthält zahlreiche Beispiele, darunter etliche mit Lösungen, ist aber nicht für das Selbststudium, sondern als Textmaterial zu einer Vorlesung gedacht. Weiterführende Themen werden nicht angeschnitten.

Ebenfalls einen Kalkül des natürlichen Schließens, wenn auch in optisch etwas abgewandelter Form, behandelt Barwise. Dieses Buch beginnt eine Spur einfacher als Lemmon und geht eine Prise langsamer vor. Die besondere Stärke von Barwise liegt im mitgelieferten Macintosh-Programm ,,Tarski's World``, das dem Computerbesitzer das Erlernen der Materie erleichtert.

Wer eine besonders große Abneigung gegen formal oder mathematisch Aussehendes hat, ist wahrscheinlich mit dem Werk des Theologen Hodges - bedingt auch mit Savigny - am besten bedient. Beide bewegen sich vorwiegend im Bereich der natürlichen Sprache und von Alltagsargumentationen, vermitteln aber dennoch die Grundlagen logischen Schließens.

Hodges entwickelt einen Baumkalkül, wie er gelegentlich auch in der Vorlesung und im Tutorium zur Sprache kommt. Das Werk ist kurzweilig und angenehm zu lesen. Zum Buch gibt es das MS-DOS-Programm ,,Tableau II``, das eine große Hilfe beim Erlernen des Beweisens in Tableaukalkülen ist. ,,Tableau II`` ist am Institut für Philosophie verfügbar.

Savigny ist ein gutes Einführungsbuch mit vielen Übungsbeispielen. Es ist zwar eine Spur trockener als sein englisches Gegenstück, Hodges, dafür sehr leicht erhältlich und mit Abstand das kostengünstigste Logikbuch.

Das anspruchsvollste der genannten Werke ist Mates. Es dringt am tiefsten in die Materie ein und bietet mehrere axiomatische Kalküle sowie Kalküle des natürlichen Schließens; zudem enthält es eine gute Übersicht über die historische Entwicklung der Logik.

Preislich liegen mit Ausnahme von Barwise und Savigny alle Werke im Bereich von ca. 200-300 Schilling. Abgesehen von Mates und natürlich Savigny liegen alle Bücher nur in englischer Sprache vor. Lemmon und Hodges können erfahrungsgemäß problemlos von jeder englischen Fachbuchhandlung bestellt werden; bei Barwise ist die Wartezeit in der Regel länger, weil es sich um ein amerikanisches Buch handelt; zugleich ist dieses Werk wegen des beiliegenden Computerprogramms das mit Abstand teuerste (ca. 600-900 Schilling). Das unterste Ende der Preisskala markiert Savigny mit einem Betrag von knapp 100 Schilling.


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Christian Gottschall 2003-03-19